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Auszug aus dem Protokoll der Feldmusik Gunzwil über die Auffahrtsmusik Aus alter Zeit 1509 wurde die Auffahrtsprozession erstmals erwähnt doch bereits 1420 erwähnt ein Schriftstück im Stiftsarchiv einen Ritt am Christi Himmelfahrtstag. Die musikalische Begleitung bestand damals aus zwei Trompetern. Die Reitermusik entstand ende vorletztes Jahrhundert.
1897 1898 19. Mai: Wurde der Beschluss vollzogen. 1899 11. Mai: Anlässlich
der Prozession wirkte die Gesellschaft mit, aber das Wetter war regnerisch. 8. Sept.: Wurde der
Auffahrtslohn verteilt….. 1900 1901 1902 8. Mai: Anlässlich der Auffahrtsprozession wirkte die Gesellschaft mit. Der Tag war sehr kalt und es schneite. 1904 12. Mai: Beteiligte
sich die Gesellschaft am Auffahrtsfest in Münster. 1906 24. Mai: Beteiligte
sich die Gesellschaft am Auffahrtsfest in Münster 1907 9. Mai: Anlässlich
der Auffahrtsprozession wirkte die Gesellschaft mit. Das Wetter war sehr schön. 1907 (2.
Protokollbuch) 1908 28. Mai: Weil in Münster
keine Musik mehr existiert, nahmen wir auch dieses Jahr wieder als Prozession
Musik an der Prozession teil. Es ging so gut, dass viele Zuschauer meinten, das
seien alles Kavallerietrompeter, die könnten über jeden Weg und Steg reiten.
Beim Einzug in Münster wurden wir aber etwas nass, was wir aber bei einem
besseren Tropfen beim Herrn Kustos und nachher im Ochsen bald wieder vergassen. 1909 1910 1911 1915 1918 1919 29. Mai: War die
Auffahrt mit günstigem Wetter gekrönt. Alles ging gut. Nachher ging’s ins Rössli.
Als das Tanzbein geschwungen wurde, zogen wir mit klingendem Spiel in den
Hirschen. Das ging nicht gut. Frau Suter schimpfte
bei allen Leuten über uns, sodass wir beschossen, haben, nicht mehr in Rössli
zu gehen. An einer Auffahrt machten wir meist Tanzmusik. 1920 13. Mai: Auffahrt war
ein heisser Tag. Es gab etwas Durst. Alles ging gut ohne Störung. Nachher waren
wir wie früher im Ochsen und gut gehalten. 1921 1922 1923 1924 1925 21. Mai:
Auffahrtsprozession in Münster, bei welcher 16 Mann unserer Gesellschaft
mitwirkten. Sie nahm bei günstigem Wetter einen glänzenden Verlauf. „Abegheit
esch keine“. Nach dem Einzug gingen wir noch in den Hirschen, wo uns der Götti
Wandeler Seppi die durstigen Kehlen befriedigte. 1926 13.Mai: Auffahrt,
Prozessionsmusik. Der Wettergott waltete sehr streng und ungemütlich mit uns.
Gestärkt durch eine währschaftes Znüni in Hasenhusen kamen wir unter stetem
Regen in Rickenbach an. Der Verlauf war sonst bis fast ans Ende gut. Nach der
Prozession gab’s in der Probstei noch ein Glas vom Besseren. 1927 15. Mai: Fand der übliche Ausritt statt, der über Walde und Kommlen führte. In Walde machten wir unserem ehemaligen Präsidenten Josef Galliker einen kleinen Besuch, der uns aufs gewünschte bewirtete. Besten Dank für seine Güte. Unter Musik ging’s weiter nach Kommlen, wo uns schon wider ein Freund und Gönner empfing in seiner heimeligen Gaststube. Doch nach kurzem brachen uns die stolzen Vierbeiner wieder nach Hause. 26. Mai: Christi
Himmelfahrt: Auch dieses Jahr hatte die Feldmusik Gunzwil wiederum die Ehre, als
Prozessionsmusik am Fest teilzunehmen. Das prächtige Wetter erlaubt einen glänzenden
Einzug in den Flecken Münster, der fast vollgestopft von Leuten war. 1928 17. Mai: Christi
Himmelfahrt war für uns wiederum ein Ehrentag, an dem wir wie üblich den höchsten
Herrn begleiten durften. 1929 9. Mai: Nahmen wir wie gewöhnlich am Auffahrtsfest teil. Schon Am frühen Morgen wurden wir vom Regen überrascht und durchnässt. Bis Rickenbach regnete es ununterbrochen. Beim Einzug hatte Petrus dann ein Einsehen mit uns und vereinzelte Sonnenstrahlen zeigten sich, als wir im Stift ein Glas vom Besseren schlürften. 1930 29. Mai: Nehmen wir
wie gewohnt am Auffahrtsfest teil. Der Wettergott war diesmal günstig, bloss
vormittags regnete es ein wenig nachmittags war das Wetter noch ganz ordentlich. 1931 14. Mai: Nahmen wir
wiederum an Auffahrtsfest teil. Seit mehreren Jahren wieder einmal schönes
Wetter. Dem Einzug in Münster wohnte eine sehr grosse Menge Volkes bei. 1932 1933 1934 1935 1936 21. Mai: Wetter kühl
und regnerisch mit etlichen Sonnenblicken. Morgens fünf Uhr ist alles bereit,
nur die Musik nicht, 10 Minuten Verspätung. Der erste Marsch ging sehr
schlecht. Im Schlössli bei der Predigt gab es Platzreigen, nachher war das
Wetter bis Rickenbach ordentlich gut. Gemeinsames Mittagessen im „Rössli“
in Rickenbach. Nachmittags bis Adiswil schön warm, nachher Regen und Donner.
Das übliche Zobig wurde von Herrn Fischer, Handelsmann, serviert. Die Schüblige
hierzu wurden von der Metzgerei Schnarwiler gratis verabfolgt. Der Einzug
erfolgte ohne Kaput. Musik gut. Nach dem Einzug in Münster gaben wir dem
Chorherr Dormann (Alt-Pfarrer) ein Ständchen zu seinem sich
50 mal jährenden Auffahrtsumritt. Als Dank 20 Fr. erhalten. Bei einigen
guten Flaschen und regem Gebrauch der Kaffeemaschine im Rest. Bahnhof fand
dieser strenge Tag für die zwölf Teilnehmenden einen denkwürdigen Abschluss. 1937 1938 1939 1940 1941 1942 10. Mai:
Auffahrtsprobe zu Pferd nach Kagiswil, wo wir bei der Familie Schmid zu einem
Most eingeladen wurden. 14. Mai: Bei etwas
unsicherem Wetter, das sich dann zwar den ganzen Tag gut hält, wirkten wir als
Festmusik mit, vormittags klappte die Sache gut und das Mittagessen wird im Löwen
eingenommen, wo wir gut aufgenommen sind. Der Nachmittag verlief musikalisch
weniger günstig, und beim Einzug ging es ganz bedenklich zu, was wahrscheinlich
nicht auf Mineralwasser zurückzuführen ist. Nach Schluss der Prozession
geselliges Beisammensein im Kreuz Gunzwil. 1943 30. Mai:
Auffahrtsprobe zu Pferd, Richtung Saffental. Bei Familie Hüsler kurze
Mostpause. Für die freundliche Aufnahme und das schöne Nötlein sei bestens
gedankt. 3. Juni:
Auffahrtsfest. Sammlung 4.45 Uhr beim Ochsen. Als letzter kommt der Herr
Direktor in einem zünftigen Metzgertrab zu Sammelplatz. Es wurde mit 13 Mann
ausgerückt und zwar erstmals seit etlichen Jahren mit alles eigenen Musikanten.
Musikalisch gelang der Tag gut, nur am Schluss gab es noch eine kleine Störung
infolge mangelnder Aufmerksamkeit. Das Wetter war für und günstig und das vorzügliche
Mittagessen im Löwen hat uns wieder zu neuen
Taten aufgeweckt. Bestens verdankt sei auch der gute Kaffee, welcher uns alljährlich
von Herrn Wüst in Rickenbach gespendet wird. 1944 14. Mai:
Auffahrtsprobe zu Pferd, welche uns nach Walde führte. 18. Mai: Bei schönem Wetter verlief die Prozession musikalisch gut. Kamerad Burlimann meinte, unser Herr Direktor Habermacher H. schwebe in einem kleinen“Flieger“ über uns, und es entgehe im kein falsches Tönli. 1945 10. Mai: Bei schönem
Wetter wirten 13 Mann als Festmusik mit. 1946 30. Mai: Bei ziemlich
warmemWetter wirkten wir erstmals mit 17 Mann in der Festmusik mit. Musikalisch
klappte der Tag sehr gut. Das Mittagessen wurde im Löwen eingenommen. Bestens
verdankt sei auch der gute Kaffee, gespendet von den Kameraden Schmid Walter und
Ferdy. 1947 1948 6. Mai: Am Auffahrtsumritt wirkten wir mit 16 Mann als Festmusik mit, welche für Ross und Reiter gut verlief. 1949 26. Mai: Bei idealem
Wetter wirkten wir beim Auffahrtsumritt als Festmusik mit. Säumermusik zu Pferd Zirka um ein Uhr
starteten wir bei unserem Fähnrich Bucher Klemens bei aussergewöhnlicher Hitze
zur Vorprobe. Sie führte uns über die Seeblen ins Kreuz Gunzwil, wo wir uns
durch einen kühlen Trunk labten. Weiter ging es über Beromünster, Witwil nach
der Winon zurück, wo ein grandioses „Zfeufi“ auf uns wartete. Allen
Spendern sei der beste Dank ausgesprochen. 17. Juli: Säumerfest
in Sursee. Sammlung um zwölf Uhr zu Pferd, in der kriegerischen Uniform, im
Kreuz Gunzwil. Wir ritten mit Spiel durch das Dorf, voran unser Hauptmann,
Elmiger Josef, der natürlich ein Musterbeispiel war. In der Linde schwenkten
wir nach der Locheten ab, um den direkten Weg auf der Kantonsstrasse nach Sursee
einzuschlagen. Im Rest. Chommlen und im Rest. Zellfeld kurze Bierpause. Im
Festzug werde wir von allen Seiten heftig applaudiert, denn wir starteten ja in
der Schweiz seltene gesehene Nummer. Bis zur Rückkehr um 17 Uhr labten wir uns
mit dem köstlichen Nass. Auch auf dem Rückweg verlief
alles reibungslos und ohne grossen Unfall. Einige tummelten sich noch bis gegen
Morgen in der köstlichen Uniform und mussten noch auf das liebe Müetti warten,
denn die Hosen waren sehr eng angepasst und
beschwerlich zum Ausziehen. Besten Dank allen Teilnehmern, denen dieses Fest
sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. 1950 14. Mai:
Auffahrtsprobe zu Pferd Richtung Gunzwil. Bei Kamerad Franz Weber kurze
Mostpause. Weiter über Beromünster, Eichmatt, Wili, wo wir von Stocker Al.
flott bewirtet werden. Bei der Käserei Blosenberg spielen wir einen Marsch, um
nachher bei unserem Kamerad Galliker Franz das gut schmeckende „Zfeufi“
einzunehmen. Allen freundlichen Spendern sei herzlicher Dank ausgesprochen. 18.Mai: Am
Auffahrtstage wirkten wir bei gediegenem Reiterwetter als Festmusik mit.
Musikalisch verlief es gut bis sehr gut. Zu erwähnen sei noch die ganz flotte
Kameradschaft, die viel zum Guten dieses Festes beigetragen hat. Nach dem Umritt
Ständchen bei den Herren „Heiliggrabritter von Rom“ im Ochsen, welchen zum
ersten Male an diesem Umritte teilnahmen. Für die schönen Nötlein sei bestens
gedankt. Herr Käser Müller überraschte uns noch mit 20 Franken. Besten Dank. 1951 1952 1953 14. Mai: Das alle
Jahre wiederkehrende Fest der Himmelfahrt Christi, wo die berittene Musik mit
Opfergeist, aber auch mit grosser Genugtuung dem Allerheiligsten das Geleit
gibt. Die flotte Führung und die gute Disziplin waren auch dieses Jahr wiederum
die Freunde zu überaus gutem Gelingen. 1954 10. September: Probe
zu Pferd für die SLA (Schweiz. Land. Ausstellung) 17. September: Mitwirkung der berittenen Musik an der Ausstellung in Luzern. Der mächtige Applaus der Zuschauer durch die Gassen der Stadt Luzern quittierte das Gefallen in die Freunde an der Feldmusik Gunzwil. 1955 1956 1957 1958 13. Mai:
Auffahrtsprobe. Unser lieber Gönner Theodor Muff spendete der Auffahrtsmusik
ein Bier, das wir bestens verdanken. 15. Mai: Auffahrt.
Ein ganz hohes Fest für unsere Feldmusik, denn es ist eine grosse Ehre, mit dem
Spiel hoch zu Pferd an der Prozession teilzunehmen. Es ist immer schön und
ergreifend, so in der Morgenfrühe, droben im Schlössli so eine sinnvolle
Morgenpredigt anzuhören, die von Herrn Josef Vital Kopp gehalten wurde. Bis
nach Rickenbach war das Wetter schön, aber von dort an bedeckte sich der Himmel
mit Regenwolken bis zum Einzug in Beromünster. Den Musikanten, die sich für
die Auffahrtsmusik zur Verfügung stellten, sei ihre aufopfernde Arbeit bestens
verdankt. Auch ganz besonderen Dank der Fam. Bättig fürs Znüni und der Fam.
Kramis fürs Zobig, sowie den lieben Kollegen Ferdi Schmid für den guten
Kaffee. 1959 7. Mai:
Auffahrtsfest: 450 Jahre Auffahrtsumritt in Beromünster. Die Jubiläumsprozession
wickelte sich im üblichen Rahmen ab. Das Wetter war dieses Jahr ganz ideal, so
dass die Musikanten auch beim Einzug noch in voller Frische mitmachen konnten.
Nach der Prozession waren dieses Jahr alle offiziellen Teilnehmer von der
Kirchenverwaltung zu einem Imbiss im Gasthof Hirschen eingeladen, so auch unsere
Musikanten, die noch einige Muster ihrer Blaskunst zum besten gaben. 1960 22. Mai: Unter günstigen
Bedingungen wickelte sich dieses Jahr die Auffahrtsprozession ab. Unser Spiel
war wieder durch 16 berittene Kameraden vertreten, die mit ihren Märschen und
Liedern, dieser Flurprozession eine besonders feierliche Note gaben. Besten Dank
auch all jenen, die breitwillig ihre Pferde den Musikanten zur Verfügung
stellten. Die Auffahrtsmusik stand heute unter einem besonders guten (lies
ertragreichen) Stern, denn auch Begegnungen mit Kirchenräten u.s.w. resultieren
noch folgende Spenden: Lisibach Peter 20.00, Stocker Hans 20.00, Lisibach Xaver
10.00, Villiger Peter 10.00, Schmid Anton 12.00. Alle diese Spenden seien
bestens verdankt. 1961 24. September: Eidg.
Trachtenfest in Basel. Auf Wunsch der Organisatoren nimmt unsere Reitermusik 20
Mann stark am Festzug teil. Die Pferde werden in einem spez. Transporter
verladen. Für die Musikanten und Begleiter steht ein Car zur Verfügung. Den
Musikanten stand dann in Basel ein anstrengender Festzug durch die mit
Festbesuchern angefüllten Strassen bevor, doch sie haben sich ausgezeichnet bewährt.
Sie machten dort auf ihren Eidgenossen eine derart gute Figur, dass die
Fernsehreporter bis zuletzt an die Bereitermusik glaubten, zur argen Enttäuschung
der einheimischen Fernseher. Schön
frühzeitig kehrte die Gesellschaft aus Basel zurück. Mit dem Rücktransport
der Pferde klappte es nicht mehr so gut, so dass die Reiter noch einige Zeit auf
ihre Tiere warten mussten. 1962 31. Mai: Zum ersten
Male nimmt dieses Jahr die Auffahrtsmusik mit 20 Mann an der Prozession teil.
Wiederum stellt das Kant. Zeughaus für diesen Anlass die schmucken
Guiden-Uniformen zur Verfügung wofür dem kant Kriegskommissär Herr Major Wey,
der beste Dank ausgesprochen sei. Bei kühler Witterung begleitet und verschönert
das Spiel die Prozession mit dem gewohnten Liedern und Märschen. Nach dem
Mittagessen waren die Musikanten bei der Fam. Schmid zum Kaffee eingeladen, was
bestens verdankt sei. Nach dem Einzug bei dem bereits der Regen einsetzt, zog
das Spiel nach Gunzwil ins Gasthaus Kreuz zum Zobig, wo die Anstrengungen des
Tages rasch vergessen waren. Alle Musikkameraden, die sich für die
Auffahrtsmusik immer wieder zur Verfügung
stellen, sei auch hier bestens gedankt. Danken
möchte ich auch den vielen Spendern. Kirchenrat Lisibach für die
traditionellen Fr. 20.00, Wey Franz für die gespendeten Fr. 10.00, Estermann
Alois für die Erfrischung in der Seeblen, der Firma Schnarwiler für das Zobig
und Kottmann Alois und Dommen Hans für den gespendeten Wein. 1. Juli Eidg.
Jodelfest in Luzern 1963 5./6./7.
Oktober 1963 Reisebericht von
Bruno Rota. Sehr erfolgreich verlief die Teilnahme unserer berittenen Musik am
Winzerfest vom 6.Oktober in Lugano. Auf Einladung der Pro Lugano reisten am
Samstag 20 Musikanten nebst Bannerträger, Hufschmied, Pferdeburschen und
Begleiter in den Tessin. Der Verlad der Pferde erfolgte bereits um 4.00 Uhr früh,
während die Musikanten um 6.30 Uhr abreisten. In Luzern wurde ein 1- stündiger
Halt eingeschaltet, damit man mit den Pferden in Lugano ankam. Zudem waren noch
einige Nachzügler, z.B. „Kohli“ der mit Aktiven noch seinen Stall
bestellte, die erst in Luzern zu uns stiessen. In Arth Goldau war man dann „au
grand complet“, nachdem der letzte Gunzwil-Zürcher zur Gesellschaft stiess. Männiglich
trug den Waffenrock und es brauchte viel Arbeit bis diese heute beurlaubt waren.
Tief hingen die Wolken durchs Urnerland und die Berge um Göschenen tragen schon
tief hinunter ihr Winterkleid. Welch ein Kontrast nachdem wir den Gotthard
durchfahren hatten! Blauer Himmel und Sonne, eine angenehme Ueberraschung für
uns Nordländer, nachdem wir dieses Jahr wenig schönes Wetter hatten. Kurz nach
Mittag Ankunft in Lugano, Auslad der Instrumente und Koffer in den
bereitstehenden Camion und Auslad der Pferde, die zu unserer grossen Genugtuung
gut reisten. Auf dem Weg zur Stallung waren es viele Neugierige, welche die
stolzen Pferde bestaunten. Nun herrschte emsiges Treiben, Stallung, Fütterung
der Pferde, dann war die Reihe an uns. Im Ristorante Morandi, wo wir während
unseres Aufenthaltes bestens verpflegt wurden, überraschte man uns mit einer
gepflegten Bedienung und vorzüglicher Küche. Kurz darauf mussten sich die
Musikanten in die historischen Uniformen stürzen, denn um halb drei Uhr war
Standarten-Uebergabe und Weihe des Reitclubs von Lugano mit anschliessendem
Umzug durch die Stadt. Nach dem Nachtessen traf man sich noch in Gruppen in
einer Caffeteria oder Usteria, doch es hiess bald Lichterlöschen. Eine Ausnahme
machte ein kleines Grüppchen mit Franz an der Spitze, der als Höhepunkt noch
sein Gedicht vom Schulmeisterlein rezitierte. Gut so, denn Du musstest ja wieder
am Sonntag abend zur Einheit zurück. Ab Sonntag mittag herrschte ein emsiges
Treiben in den Stallungen, denn nun galt es Pferde und Musikanten auf Hochglanz
zu bringen. Wahrlich der Tessin hatte sein Festtagskleid angezogen, ein blauer
Himmel präsentierte sich den Zuschauern, die mit 40'000 geschätzt wurden und
schon seit Stunden die Strassen säumten. Schon beim Abritt wurden unsere
Musikanten herzlich applaudiert. Um 14.30 Uhr war es soweit. Vorab des Umzuges
zwei herrliche Lancia Cabriolets, gefolgt von unserer Reitermusik, die für ihre
Darbietungen reichen Beifall erntete. Dann folgten in bunter Reihenfolge
Blumenwagen, folkloristische Gruppen aus dem In- und Ausland, Sujets aus dem
Tessin u.s.w., im Ganzen 41 Nummern. Wirklich ein Farbenparadies sondergleichen
und ein würdiger Abschluss der Saison für den Tessin. Als Auflockerung hiess
unser Ziel nach dem Nachtessen „Caprino“. Mit dem Motorboot fuhren wir nach
dem bekannten Weinkeller gegenüber Lugano. Leider konnten an dieser Expedition
zwei Seppen nicht teilnehmen, es macht doch den Anschein als hätten sie das
Bootshaus von „Max und Moritz“ nicht mehr gefunden. „In Vino veritas“
hiess die Parole auf der Hotelterrasse, wo uns der Wirt gleich wieder erkannte
und uns auch spontan 2 Fiasco offeriert hätte, ja hätte, wäre nicht der
verflixte Zapfen gewesen, so blieb es bei Nr.1. Die Gemütlichkeit war Trumpf,
es wurde gesungen und gelacht und mancheiner entpuppte sich als gewiegter
Redner. Bald hiess es wieder aufbrechen,… die schönen Stunden zerrinnen sehr
schnell, … und zurück gings nach Lugano. Wie schon letztes Jahr, es gibt
immer Leute die seekrank werden, es hätten auch Reisetabletten nicht mehr
gewirkt. So verzog man sich ins Bett, zwei Mann traten mit dem Nachtschnellzug
die Rückreise an in den WK, doch dieser und jener atmete noch einmal die
Atmosphäre des Winzerfestes. Später wurde dann sozusagen als Abschluss des
Festes, ein Astizapfen in den Weltraum katapultiert. Unter Aufsicht einer
Amtsperson, versteht sich---. Strömender Regen überraschte uns am Morgen, als
es galt die Pferde einzuladen, welche um 9 Uhr von Lugano wegfuhren. Mit einem
Ständchen auf dem Perron verabschiedeten wir uns von Lugano, es blieb nicht
einmal Zeit den fast legendär gewordenen Fuchsgraben vom letzten Jahr zu
blasen. Glücklich erreichten wir um 18.00 Uhr Beromünster. Um 20.45 Uhr
konnten wir auf dem Bahnhof die Pferdeburschen begrüssen, die die 21 Pferde
ohne Zwischenfall zurückbrachten. Ihnen gilt unser spezieller Dank Herzlichen
Dank an alle Pferdebesitzer die die Pferde in Freundeidgenössischer Art zur
Verfügung stellten. Dank allen die durch Ihre Arbeit zum guten Gelingen
beigetragen haben. Hier noch ein
Ausschnitt aus der Schweizer allgemeinen Volkszeitung, Bericht des Dr. Joggeli
Buume: „Vorab stolz wie
d’Schpanier, d’Gunzwiler, oder wie mer dert seidd d’Gunzbeler Muusig höch
z’Ross. Si hei us Liibeschräfte blase, wie d’Erzengel zum jüngste Gricht.
Es het eim tüecht, dä mit der Pauke schläu de öppe es Loch is Chalbfäll.
D’Ross hei afa zäberle und tänzele, wo d’Muusig so unerchannt blase hätt,
und d’Lüt hei afa chlatsche und gar bravo bravo rüefe. J glaube mäng eine
vo dene Musikante wär lieber uf sim
sechere Güllefass obe ghocket, als off dene läbige Güggel. Was i aber ha möge
gseh isch keine abegheit und het mit sim herte Gring es Loch i d’Bsetzi gmacht.“ Ein weiterer
Kommentar zu diesem Fest erübrigt sich, doch möchte ich hier auch allen
Musikanten danken, die mitmachten und für die Feldmusik in Lugano Ehre
einlegten. Speziellen Dank an Herrn Bruno Rota, der diese Reise zur
Zufriedenheit von allen, mustergültig organisiert hat. 1965 1967
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